20 in einem Boot

Priwall

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Gehen 20 Freunde gemeinsam auf Reisen, fragt man sich, ob man nach der Rückkehr wohl auch noch befreundet ist. Dieser Frage ging unsere Truppe schon im Vorjahr beim Trip nach Garmisch-Partenkirchen auf den Grund. Zum Glück ging damals alles gut, befreundet ist man schließlich immer noch. Deswegen begannen wir auch bereits letzten Herbst mit der Planung für dieses Jahr. An die Ostsee sollte es gehen. Dort wollte eine Freundin sowieso hin. Ob sie MIT uns dorthin wollte, vor diese Wahl wurde sie nicht gestellt. Still und leise Tatsachen schaffen…

Die Wahl des Domizils war gar nicht so einfach, schließlich sollte genug Platz sein, um sich gegebenenfalls auch mal aus dem Weg gehen zu können. Wir haben gut gewählt. Unser Ferienhaus in Reinsbek war toll und mit 500 qm auch groß genug. Lediglich der mangelnde Wlan-Zugang, die etwas dezentrale Lage und die Hellhörigkeit (Schnarchgeräusche in der Küche!) sind kleine Mankos, sorgten aber auch immer wieder für Heiterkeit.

Nachdem Samstag Nachmittags alle angekommen waren, angereist wurde sowohl per Bahn, Auto und Flugzeug, erfolgte der Zimmerbezug. Die Anfahrt fand ich eigentlich am schlimmsten, die knapp 800 km hatten es echt in sich.

Am Sonntag ging es gleich nach Hamburg. Hier wurde die Gruppe in Frühaufsteher, die den Fischmarkt besuchten und in die anderen, gespalten. Man mag nun rätseln, zu welcher Gruppe ich gehörte… Meine Lust darauf, den Fischmarkt zu besuchen, hielt sich aber sowieso in Grenzen und was ich so von den anderen gehört habe, ist es auch kein Muss, dort gewesen zu sein. Geparkt haben wir an diesem Tag direkt in St. Pauli, ich war überrascht, wie einfach es ist, einen kostenfreien Parkplatz zu bekommen, das kenne ich von München anders.

Anschließend ging es auf Hafenrundfahrt – Containerschiffe und Luxusjachten gucken. Die Containerschiffe beindruckten mich eindeutig mehr. Jachten sind nicht so mein Ding, ich würde aber gern mal Urlaub auf einem Hausboot machen.

Hinterher ging es für mich ins Schanzenviertel und ich schaute auch mal bei Tim Mälzer vorbei. Andere wählten den Klassiker Musical-Besuch, was auf meiner Prioritätenliste eher auf den hinteren Rängen steht. Ein Riesengewitter trieb uns dann aber spätnachmittags aus der Stadt in unser gemütliches Ferienhaus zurück.

An Tag 2 ging es dann nach Lübeck. Die Schiffsrundfahrt hätten wir uns sparen können, da gibt es spannenderes zu tun. Begeisterter war der Teil der Truppe, der sich durch’s Rathaus führen ließ. Ich für meinen Teil war gespannt auf die Torten von Niederegger. Meine Wahl enttäuschte mich dann aber leider ziemlich. Hinterher ging es dann für fast alle zu Karls Erlebnisdorf. Dort habe ich beim Bonbon-Machen und Marmeladekochen zugeguckt und gelutscht und probiert – hmmmh! Beim Strandbesuch abends wären wir dann fast nicht mehr komplett gewesen, stellte sich der Besuch im Maislabyrinth doch als aufregender dar, als gedacht. Ich bin dort sowieso nicht rein, durch den Besuch eines Spiegellabyrinths auf dem Gäubodenvolksfest als Kind bin ich nachhaltig traumatisiert.

Der Abend am Strand bei Niedorf ist eines meiner Highlights. Am menschenleeren Strand Drachen steigen zu lassen und andere dazu animieren, die Spule komplett leer zu machen und dann zuzusehen, wie der Drache in der Ostsee absäuft, war nicht nur für mich ein Riesenspaß. Und weil’s so schön am Meer war, ging es den ganzen nächsten Tag zum Entspannen an den Timmendorfer Strand.

Dafür war am nächsten Tag in Hamburg wieder mehr Action angesagt. Ich fand die Kanalschifffahrt richtig toll, das kann ich echt jedem ans Herz legen!

Wer von euch ist Karl May Fan? Ich überhaupt nicht, kein einziges Buch habe ich gelesen, trotzdem kann ich die Karl May Festspiele in Bad Segeberg empfehlen. Ursprünglich hatte ich nicht die Riesenlust, dorthin zu fahren. Rückblickend muss ich sagen, dass die Idee, sich das Spektakel anzusehen, richtig gut war, denn die Atmosphäre ist toll. Tipp meinerseits!

Ein weiteres Highlight ist die Ostseestation in Priwall, die wir am letzten Tag besuchten. Und das war richtig spannend und gleichzeitig informativ ohne auch nur einen Augenblick langweilig zu sein. Die eigentliche Zielgruppe sind wohl Kinder, da ich als Bayer aber eher über rudimentäre Kenntnisse der Ostsee verfüge, waren 90 % der dortigen Infos für mich auch neu. Leider soll die Station laut Info des Dozenten nächstes Jahr geschlossen werden, was ein echter Jammer ist. Ich würde sofort wieder hin gehen, um dieses Mal, dank dem erworbenen Wissen, NICHT den Popo eines Seesterns zu streicheln!

Und dann ging es auch schon wieder nach Hause, die Woche verging wie im Flug. Alle hätten am liebsten einfach noch ein paar Tage dran gehängt.

Wenn ihr schon öfter überlegt habt, mit Freunden als große Truppe zu verreisen: Ja, tut es! Vielen Dank für die schönen Tage Baumi, Max, Felix, Silke, Ivel, Moni, Lena, Anna, Petra, Leffe, Ramona, Leo, Rosalie, Georg, Christine, Vroni, Eni, Tom und Kathrin!

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2 Kommentare zu „20 in einem Boot

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