Belgrad

Belgrad – viel wusste ich nicht, als ich die Gelegenheit bekam, an einer Bloggerreise in die „weiße Stadt“ teilzunehmen. Nur, dass sie mittlerweile bei den jungen Partypeople beliebt ist, weil man hier feiern kann ohne Ende. Und das die Stadt gerade richtig im Kommen ist, was Städtereisen betrifft. In meinem Bekanntenkreis war noch keiner in Belgrad, aber jeder war richtig gespannt, was ich denn nach diesem Städtetrip zu erzählen hätte.

Zu der Reise kam ich auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, die in Serbien verschiedene Projekte betreut, unter anderem einen Biogemüsehof, den ich genauer unter die Lupe nehmen durfte. Dazu gibt es dann im nächsten Beitrag mehr zu lesen.

Aber natürlich wollte ich die Stadt erkunden, wenn ich schon mal da war. Die erste positive Überraschung gab es am Flughafen. Der erste freie Taxifahrer, den ich ansprach, weigerte sich mich mitzunehmen ohne entsprechenden „Voucher“, also Gutschein. Den gab es im Flughafen, hier musste ich den Mitarbeitern nur mein Ziel nennen, die schrieben dann den Preis für diese Fahrt auf einen Coupon. Mehr darf der Taxifahrer nicht für die Fahrt verlangen. Dieses System fand ich schon mal ziemlich gut, ist man dadurch doch gegen die gefürchtete Taxi-Abzocke schon mal gefeit.

Untergebracht war ich in einem Hotel direkt in der Fußgängerzone, dem Belgrade Art Hotel direkt in der Kneza Mihaila. Von dort ging meine erste Erkundungstour in den bekanntesten Park der Stadt, dem Kalemegdan Park. Hier kann man von Tennisspielen über Bogenschießen, Fußballspielen, Basketball oder Schach ganz vielen Freizeitaktivitäten nachgehen, die Belgrader Festung besichtigen, in den Zoo gehen oder auch einfach den Ausblick auf Donau und Save, die zwei Flüsse der Stadt, genießen.

Auf dem Rückweg durch die Fußgängerzone sind mir vor allem die zahlreichen Cafés und Restaurants aufgefallen, allesamt wahnsinnig liebevoll ausgestattet. Generell finde ich die Gastro-Szene in Belgrad extrem interessant und in manchen Bereichen der von München durchaus überlegen.

Zwei Tipps von meiner Seite:

Manufaktura

Restaurant mit Shop, indem es authentisches serbisches Essen gibt, viele Zutaten gibt es dort aber auch direkt zu kaufen. Die zentrale Lage direkt an der Kneza Mihaila ist natürlich auch super.

Bašta Jazz Club

Ein Café, das über zwei Ebenen wundervoll eingerichtet ist und durch Live-Musik auch eine ganz besondere Atmosphäre hat. Hier kann man traumhaft draußen sitzen und den Sonnenuntergang genießen.

Generell findet sich aber fast an jeder Ecke ein nettes Lokal, dass den Eindruck macht, bei einem Besuch nichts verkehrt zu machen. Kein Wunder bei mehr als 3000 Cafés und Restaurants in Belgrad. Und vieles gibt es zu sehr günstigen Preisen, was am Durchschnittsverdienst bei ungefähr 500 Euro liegt. Bezahlt wird mit Dinar (1 Euro sind ungefährt 120 Dinar). Außerdem ist Belgrad mit seinen 1,7 Millionen Einwohnern meinem Empfinden nach eine sehr sichere Stadt.

Am ehesten ist Belgrad wohl zu vergleichen mit Berlin vor längerer Zeit, eine Stadt, die im Umbruch ist. Umbruch ist wohl das Wort für Belgrad, die Stadt wurde bereits 30 mal zerstört und immer wieder an der gleichen Stelle aufgebaut. Die letzte der drei Bombardierungen des 20. Jahrhunderts fand 1999 durch die NATO statt. Spuren davon findet man immer noch im Stadtbild. Aber auch ganz viel neues und viele herzliche Menschen, eine wahnsinnig lebendige Metropole. Aber vielleicht macht ihr ja euch demnächst selbst ein Bild bei einem Städtetrip nach Belgrad!

 

Vielen Dank an die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit für die Einladung. Meine Meinung bleibt dadurch unbeeinflusst.

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Apfelmuskuchen

Ein Dauerbrenner, was einfache Kuchen betrifft, ist bei uns Marmorkuchen. Aber letztens hatte ich noch Apfelmus über und das wollte ich unbedingt in einem Kuchen unterbringen. Joghurt war auch noch im Kühlschrank, aber ansonsten hatte ich keine besonderen Zutaten da. Aus dem Wunsch ist dann dieser Apfelmuskuchen entstanden, der schnell gemacht und richtig saftig und fruchtig ist. Perfekt um an einem Sonntagnachmittag alle richtig zufrieden zu machen ohne ewig in der Küche stehen zu müssen, denn wer will das schon bei den momentanen Temperaturen. Wer keine Lust hat, Apfelmus selber zu machen, kann natürlich auch eines aus dem Glas verwenden. Dann einfach die Zuckermenge ein wenig anpassen, wenn das Apfelmus bereits gezuckert ist. Dass bei mir die Energie bei steigenden Temperaturen etwas nachlässt, erkennt man übrigens auch an dem Foto, mit dem ich ja nicht  wirklich zufrieden bin. Aber es wäre zu schade, wenn das Rezept sang- und klanglos untergeht.

Für eine Kastenform:

175 g weiche Butter mit 300 g Zucker cremig rühren. 3 Eier dazu geben und weitere 3 Minuten rühren. Anschließend 350 g ungezuckertes Apfelmus und 150 g Vollmilchjoghurt unterrühren.

400 g Mehl mit 1 Päckchen Backpulver und etwas Zimt vermischen.

Diese Masse unter den Teig rühren und in die gefettete Kastenform geben.

Bei 160 Grad Heißluft ca. 1 Stunde backen.

 

Knabber-Nüsse

Hin und wieder sind es ja die kleinen, ganz schnellen Köstlichkeiten, die einen so richtig vom Hocker hauen. Genauso ist es mir mit diesen Cashewnüssen gegangen. Gesehen habe ich das Rezept zu den Nüssen in der Sendung von Martina und Moritz. Ich bin ein Riesenfan ihrer Sendung und ihrer Rezepte, da ich alles immer authentisch finde. Außerdem sind sie eine der wenigen Köche im deutschen Fernsehen, die tatsächlich solche Portionen kochen, dass es glaubhaft ist, dass hinterher ein paar Leute zusammen an einem Tisch sitzen und sich das Essen schmecken lassen. Mich macht es immer ganz wahnsinnig, wenn im Fernsehen immer irgendwie nur ein Knödelchen gemacht wird und der Rest des Teiges irgendwie in der Schüssel hängen bleibt.

Aber ich schweife ab. Die würzigen Cashewnüsse wurden bei den beiden als Topping bei einem Salat verwendet. Sie schmecken aber auch ganz wunderbar nur so. Und mit nur 3 Zutaten sind sie schwupps gemacht.

In einer kleinen Schüssel mischt ihr 150 g ungewürzte Cashewnüsse mit 1 gestrichenen EL roter Currypaste und mit 1 EL Honig. Das ganze lasst ihr für eine halbe Stunde durchziehen.

Anschließend werden die Nüsse auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilt.

Bei 130 Grad Heißluft lasst ihr die würzigen Cashewnüsse dann 20 – 30 Minuten rösten.

Nicht zu lange, weil das Verbrennen geht bei Nüssen ja dann plötzlich immer ganz schnell.

Dann ein bisschen abkühlen lassen und genießen oder verschenken. Das habe ich gemacht und kam sehr gut an! Einfach nur in ein nettes Schraubglas packen und eine schöne Schleife drum rum – fertig ist ein wunderbares, selbst gemachtes Mitbringsel!

 

Heiraten im Bayerischen Wald

Dieses Frühjahr wurde ich zu einer Hochzeit im Bayerischen Wald eingeladen. Als einige meiner Münchner Freunde sich erstaunt über den Ablauf zeigten, dachte ich, es ist mal an der Zeit aufzuschreiben, wie so eine ganz traditionelle Hochzeit im Bayerischen Wald abläuft. Die Braut war in diesem Fall Oberpfälzerin und der Bräutigam Niederbayer.

Die Einladungen zur Hochzeitsfeier erfolgen hier schon mal nicht nur in Papierform. Zumindest nicht bei der engeren Verwandtschaft. Hier tritt der Hochzeitslader in Aktion, der ist so eine Art Vorgänger vom heutigen Wedding-Planer. Er besucht nämlich, zusammen mit dem Brautpaar die Gäste, überreicht eine Einladung und schließlich wird die Einladung auch noch mit Kreide an eine Zimmertür geschrieben. Und bleibt dort auch stehen, bis die Hochzeit vorbei ist. Und nein, es wird nicht gleich wieder gegangen, sondern man sitzt noch ein bisschen zusammen und es wird auch noch ein bisschen geschnapselt, wenn denn Zeit ist.

Die Hochzeit selber beginnt früh, sehr früh. Für mich zu früh!

Um 8.30 Uhr ging es los und zwar in Gastwirtschaft Nummer 1. Dort gibt es das traditionelle Gaglhehn-Essen, das meistens aus Weißwürsten besteht. Die Hochzeitsgäste sollen schließlich eine Grundlage haben, für das was noch kommt. Braut und Bräutigam sind da nicht unbedingt dabei, im Falle dieser Hochzeit stand zeitgleich das Foto-Shooting für das Brautpaar auf dem Programm.

Um 10.00 Uhr ist dann die Trauung in der Kirche, die ca. 1 Stunde dauert. Dorthin zieht der Hochzeitszug, den die Musikkappelle und das Brautpaar anführt.

Direkt danach wird im Korso zu Gastwirtschaft Nummer 2 gefahren. Bevor es dort dann aber das Mittagessen gibt, steht noch das Ofaschüsselrennen an. Ein klassisches Wettrennen über kurze Distanz aller unverheirateten Burschen und auch Mädels (Wettbewerbsnachteil dank High-Heels) gegen den Bräutigam. Der Gewinner erhält natürlich ein Geschenk, meistens Alkohol. Dann gibt es Mittagessen, normalerweise ein 3 Gänge-Menü, das klassisch mit einer Hochzeitssuppe mit veschiedenen Einlagen startet.

Anschließend wird getanzt, die Band will beschäftig werden. Begonnen wird mit dem Eröffnungstanz des Brautpaars. Das alles moderiert übrigens wieder der Hochzeitslader, der durch den ganzen Tag führt.

Im Anschluss findet das „Schenga“ statt. Die Geschenke werden dem Brautpaar übergeben. Dafür wird man Einzeln (nahe Verwandtschaft) oder in Gruppen (ferne Verwandtschaft, Freunde, Arbeitskollegen) aufgerufen und der Hochzeitslader singt Gstanzln über den Schenkenden. Das dauert mindestens bis zum Anschneiden der Hochzeitstorte, das auch das Kuchenbuffet für den Nachmittag eröffnet.

Dann erfolgt der nahtlose Übergang in Gastwirtschaft Nummer 3. Und zwar mit dem Brautstehlen. Die Braut wird entführt, der Bräutigam muss sie auslösen, mit Wissenstest und Holzscheitl-Knien. Das sorgt natürlich für Unterhaltung und der Wein, der auf allen Tischen verteilt wird und die Partymusik sorgen schnell dafür, dass bald alle unter 35 auf den Stühlen stehen.

Erst zum Abendessen geht es wieder zurück in Gastwirtschaft Nummer 2. Dort wartet ein kalt-warmes Buffet darauf vernichtet zu werden.

Und dann wird getanzt bis um Mitternacht. Um diese Uhrzeit endet eine tradtionelle Hochzeit auch und die Musik schließt mit dem Schlusswalzer, bei dem sich alle Gäste um das Brautpaar zu einem Kreis schließen.

Während des ganzen Tages versuchen die Gäste entweder den Brautstrauß oder den Stab des Hochzeitsladers zu ergattern, denn diese Gegenstände müssen dann wieder ausgelöst werden, meistens mit Schnaps.

Die Regel ist so eine Hochzeit übrigens auch im Bayerischen Wald nicht mehr. Die meisten Hochzeiten beginnen auch hier mittlerweile nachmittags und der Hochzeitslader kommt auch nur noch sehr selten zum Einsatz.

Käsekuchen vom Blech mit Erdbeeren

Die Erdbeersaison MUSS man einfach komplett ausnutzen. Am besten natürlich mit einem Erdbeerkuchen. Am liebsten mag ich die Früchte dann in ungekochter Form, aber in Verbindung mit der Käsekuchenmasse und dem leckeren Mandelmürbteigboden ist diese Erdbeermarmelade einfach ein Traum. Man kann den Kuchen natürlich genauso in einer normalen Springform machen, dafür halbiert ihr einfach die Angaben meines Rezepts, die für ein herkömmliches Backblech ausreichend sind. Der Kuchen lässt sich auch wunderbar mit gefrorenen Früchten machen, das habe ich hier nämlich auch gemacht. Jetzt können schließlich die restlichen Vorräte vom letzten Jahr aufgebraucht werden, denn endlich gibt es wieder frische Ware!

Für die Erdbeermasse:

500 g Erdbeeren mit 250 g Gelierzucker (1:2) pürieren. Die Massse aufkochen lassen und 3 Minuten köcheln lassen. 1 Päckchen Vanillepuddingpulver einrühren und nochmals kurz aufkochen lassen. Dann 300 g kleingewürfelte Erdbeeren unterrühren und die Erdbeermarmelade abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Mürbeteigboden herstellen:

300 g Mehl, 1 TL Backpulver, 200 g gemahlene Mandeln, 150 g Zucker und 250 g sehr weiche Butter in eine Schüssel geben und und zu einem Mürbteig verkneten. Den Teig auf ein Backblech geben und dort, am besten mit den Händen, verteilen.

Für die Quarkmasse:

600 g Frischkäse mit 400 g Magerquark, 100 ml Sahne, 40 g Mehl und 175 g Zucker verrühren. 5 Eier dazugeben und ebenfalls unterrühren.

Die Quarkmasse auf den Mürbteig geben.

Die Erdbeercreme auf die Quarkmasse geben und mit einer Gabel in Schlieren unterziehen.

Bei 150 Grad Heißluft ca. 50-55 Minuten backen.